Predigt zum 30. Sonntag im Jahreskreis

  • geschrieben von  Website Team

Von Zeit zu Zeit wird hier in dieser neuen Kategorie eine Sonntagspredigt für Sie erscheinen. Das ist ein ganz besonderer Service für diejenigen, welche nicht an den Gottesdiensten teilnehmen konnten und für alle anderen, um die Predigt in Ruhe noch einmal zu Hause nachzulesen. Die heute veröffentlichten Predigt wurde von Pater Benny zum 30. Sonntag im Jahreskreis in der Heiligen Familie gehalten.

Liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Liebe – und dann tue, was du willst.

Dieses berühmte Wort des heiligen Augustinus fällt mir zum heutigen Sonntagsevangelium ein. Wer liebt, handelt immer richtig, was er auch tut. Ohne Liebe ist alles, was wir tun, hohl und tot. Letztlich kommt es auf die Liebe an. Bekannt ist das „Hohe Lied der Liebe“ beim Apostel Paulus im 1. Korintherbrief. Es wird gerne als Bibeltext für Hochzeiten verwendet: „Hätte ich alle Gaben und  Begabungen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts“. Die Liebe ist das „Lebenselixier“. Sie gibt allem erst das rechte Maß. Paulus sagt von ihr: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, … sie bläht sich nicht auf, … trägt das Böse nicht nach… Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf“. 

Liebe Gemeinde,

nicht nur zur Zeit Jesu stellten sich die Menschen die Frage: Was ist im Leben das Größte? Was ist das Wichtigste?  Sie stellt sich im Grunde in jedem Leben. Wir haben alle die Aufgabe, unsere Pflichten und Wünsche zu gewichten. Wir müssen immer neu das rechte Maß suchen: Was soll ich mir wirklich in meinem Leben wünschen? Welche der vielen Verpflichtungen, die ich in meinem Alltag habe, haben wirklich Vorrang?

Jesus gibt einen ganz einfachen Rat. Er führt alles auf nur zwei Gebote zurück, zwei Lebensregeln, die alles andere ordnen können. Die erste nennt Jesus die wichtigste, sagt aber gleich dazu, dass die zweite Lebensregel „ebenso wichtig ist“. Beide gehören also unbedingt zusammen, sind nur „im Doppelpack“ zu haben.

Denn in beiden geht es nur um das eine: die Liebe! Sie ist bei weitem das Wichtigste im Leben. Ohne sie ist alles andere wertlos, auch wenn es uns noch so wichtig scheint. 

Viele sagen, Gesundheit sei das Wichtigste. Sie ist ein kostbares Gut, zweifellos. Aber was hilft eine gute Gesundheit, wenn ansonsten das Leben von Hass und Streit vergiftet ist? Geld ist wichtig, aber dort, wo es das Wichtigste wird, wo nur mehr das Geld regiert und die Liebe verlorengeht, da bringt das Geld nur Unglück. Manche stellen das eigene Ich an die oberste Stelle. Das mag eine Zeitlang Erfolg haben. Am Schluss bleibt man schrecklich alleine, wenn die Liebe zu den anderen dem Egoismus geopfert wurde. 

Eigentlich fügt Jesus noch ein drittes Gebot an: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Wie geht das: auch sich selber lieben? Ist das nicht Egoismus? Sich selber lieben, das geht nur, wenn wir selber genug Liebe erfahren haben, wenn wir erleben, dass wir anderen wichtig und wertvoll sind.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

an allererster Stelle steht: Du sollst den Herrn, deinem Gott lieben, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit deinen ganzen Denken.

Aber Gott ist unsichtbar. Wie weiß ich, ob ich ihn liebe? Nur durch das zweitgrößte, gleich große Gebot: die Nächstenliebe! Sie ist der Beweis der Gottesliebe. Dass Gott uns zuerst geliebt hat, erfahren wir durch Menschen, die zu uns Ja sagen. Von Gott aber bekommen wir die Kraft zu lieben. Weil Er die Liebe ist. Das zu wissen, macht uns fähig, selber zu lieben. Und das ist das Wichtigste!

Amen
 

Predigt zum 29. Sonntag im Jahreskreis, den 25. Oktober 2020 in der Heiligen Familie
Matthäus 22, 34–40; Ex 22, 20–26; 1 Thess 1, 5c–10 von Pater Benny

 

Tagesevangelium 25.10.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus 22, 34–40.

In jener Zeit

34 als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. 

35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, 36welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 

37 Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. 

38 Das ist das wichtigste und erste Gebot. 39Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 

40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

 

Artikel bewerten
(7 Stimmen)
Nach oben