Tagesimpuls

Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis

Tagesevangelium
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,1-9.

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!


Doch Jesus sagte: »Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn Menschen wie ihnen gehört Gottes himmlisches Reich.«

Matthäus 19:14


Kommentar
Hl. Johannes Chrysostomus

„Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen“ (Mt 13,3). Woher kam er denn, er, der überall gegenwärtig ist und das ganze Universum erfüllt? Auf welche Weise kam er? Nicht auf sinnlich-körperliche Weise, sondern durch eine Verfügung seiner Vorsehung, die uns Menschen galt: Er kam zu uns, indem er unser Fleisch annahm. Wir konnten nicht zu ihm kommen, weil unsere Sünden uns den Zugang zu ihm verwehrten. Daher kam er zu uns. Und wozu kam er? Etwa um die Erde zu vernichten, auf der die Dornen überhandnahmen? Um die Landwirte dafür zu bestrafen? Nein. Er kam, um diese Erde zu bebauen, sich um sie zu kümmern und das Wort der Heiligkeit auszusäen. Denn die Saat, von der er spricht, ist in Wahrheit seine Lehre, das Feld ist die Seele des Menschen, der Sämann ist er selbst. […] Man hätte allen Grund, einem Landwirt, der so reichlich aussät, Vorwürfe zu machen. […] Wo es aber um Seelen geht, kann Stein in fruchtbaren Boden verwandelt werden; es kann sein, dass der Weg nicht von allen Passanten beschritten wird und ein fruchtbarer Acker daraus entsteht; die Dornen können ausgerissen werden, so dass die Samenkörner in aller Ruhe wachsen können. Wenn das alles nicht möglich wäre, hätte er seine Saat nicht ausgestreut. Und wenn keine Verwandlung geschieht, dann liegt das nicht am Sämann, sondern an denen, die sich nicht verändern lassen wollen. Der Sämann hat seine Arbeit getan. Wenn sein Korn nutzlos verschleudert wurde, so ist nicht der Urheber einer so großen Wohltat dafür verantwortlich. Wohlgemerkt: Man kann die Saat auf verschiedene Weise verlieren. […] Den Samen des Wortes Gottes einfach so verdorren zu lassen, obwohl weder Drangsal noch Verfolgung uns bedrängen, ist eine Sache. Eine ganz andere Sache ist es, wenn der Same unter dem Ansturm von Versuchungen zugrunde geht. […] Damit uns nicht etwas Ähnliches passiert, wollen wir das Wort tief in unser Gedächtnis einprägen! Mag dann der Teufel um uns herum noch so viel ausreißen – wir werden genug Kraft haben, sodass er in uns nichts auszureißen vermag.


Zusatzlesungen
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  • 1. Lesung

    Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus der Priesterschaft zu Anatot im Land Benjamin. Das Wort des HERRN erging an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Da sagte ich: Ach, Herr und GOTT, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung. Aber der HERR erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten – Spruch des HERRN. Dann streckte der HERR seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und zerstören, aufbauen und einpflanzen.

    Buch Jeremia 1,1.4-10.
  • 2. Lesung

  • Tagespsalm

    Bei dir, o HERR, habe ich mich geborgen, lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit! Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit! Neige dein Ohr mir zu und hilf mir! Sei mir ein schützender Fels, zu dem ich allzeit kommen darf! Du hast geboten, mich zu retten, denn du bist mein Fels und meine Festung. Du bist meine Hoffnung, Herr und GOTT, meine Zuversicht von Jugend auf. Vom Mutterleib an habe ich mich auf dich gestützt, aus dem Schoß meiner Mutter hast du mich entbunden, dir gilt mein Lobpreis allezeit. Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden, den ganzen Tag von deinen rettenden Taten, denn ich kann sie nicht zählen. Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf und bis heute verkünde ich deine Wunder.

    ps 71(70),1-2.3.5-6.15.17.

Tagessegen Video
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Weiterführende Links:
- Evangelium Tag für Tag