Tagesimpuls

Donnerstag der 27. Woche im Jahreskreis

Tagesevangelium
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,5-13.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.


Mein Wort bleibt nicht ohne Wirkung

Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt! Betet zu ihm, solange er euch nahe ist!

Jesaja 55:6


Kommentar
Symeon der Neue Theologe

Christus sagte zu den Gesetzeslehrern: „Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel (der Tür) zur Erkenntnis weggenommen“ (Lk 11,52). Was ist der Schlüssel zur Erkenntnis anderes als die Gnade des Heiligen Geistes, die durch den Glauben gegeben wird, die durch die Erleuchtung die volle Erkenntnis hervorbringt und unseren verschlossenen und verhüllten Geist öffnet? […] Und ich sage weiter: Die Tür ist der Sohn: „Ich bin die Tür“, sagt er (Joh 10,7.9). Der Schlüssel zur Tür ist der Heilige Geist: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22–23). Das Haus ist der Vater: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“ (Joh 14,2). Achte also sorgfältig auf den geistlichen Sinn dieser Worte. […] Wenn sich die Tür nicht öffnet, kommt niemand in das Haus des Vaters, wie Christus selber sagt: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Dass aber der Heilige Geist es ist, der als erster unseren Geist öffnet und uns alles über den Vater und den Sohn lehrt, hat Jesus selbst gesagt: „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen“ (Joh 15,26). Du siehst also, wie durch den Heiligen Geist oder vielmehr im Heiligen Geist der Vater und der Sohn sich unzertrennlich zu erkennen geben. Wenn wir also den Heiligen Geist als Schlüssel bezeichnen, dann deshalb, weil durch ihn und in ihm zuerst unser Geist erleuchtet wird und wir gereinigt, mit dem Licht der Erkenntnis erleuchtet, von oben getauft, wiedergeboren und zu Kindern Gottes gemacht werden, wie Paulus sagt: „Der Geist selber tritt […] für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26) und ebenso: „Gott [sandte] den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater“ (Gal 4,6). Der Heilige Geist also ist es, der uns die Tür zeigt; jene Tür, die Licht ist und uns lehrt, dass der, welcher im Haus wohnt, ebenfalls unzugängliches Licht ist.


Zusatzlesungen
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  • 1. Lesung

    Brüder! Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden? Dies eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen? Seid ihr so unvernünftig? Am Anfang habt ihr auf den Geist vertraut, und jetzt erwartet ihr vom Fleisch die Vollendung. Habt ihr denn so Großes vergeblich erfahren? Sollte es wirklich vergeblich gewesen sein? Warum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Wundertaten unter euch? Weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?

    Brief des Paulus an die Galater 3,1-5.
  • 2. Lesung

  • Tagespsalm

    Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht. Er hat an den Eid gedacht, den er unserm Vater Abraham geschworen hat. Er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

    Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,68-69.70-71.72-73.74-75.

Tagessegen Video
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Weiterführende Links:
- Evangelium Tag für Tag