Tagesheilige

Hl. Augustina (Livia) Pietrantoni
Nonne
* 27. März 1864 in Pozzaglia Sabina bei Rieti in Italien
† 13. November 1894 in Rom

Augustina war Mitglieder der Barmherzigen Schwestern in Rom und pflegte Tuberkulosekranke. Von einem Patienten wurde sie im Alter von erst 30 Jahren ermordet.

 

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Hl. Brictius
Bischof von Tours
* in Frankreich
† um 444 in Tours in Frankreich

Brictius war ein Schüler des Martin von Tours. Er selbst war ein eher pragmatischer Mann, deshalb gab es wohl Konflikte und Spannungen mit Martin und dessen anderen Schülern. Dennoch wurde Britius um 397 Martins Nachfolger als Bischof. Er baute seinem Lehrer und Vorgänger zu Ehren die erste Kirche in Tours.

Brictius' kritische Haltung gegenüber Martin wird in den Legenden teils als Hochmut oder Neid, teils als verständnisloser Vorwurf gegenüber Martins übergroßer Demut ausgelegt: Es verdross ihn, dass der Bischof so stetiglich zum Himmel aufsah und er sagte einem suchenden Bittsteller: So du einen siehst, der gen Himmel gafft, das ist er. Sterbend prophezeite Martin ihm, dass er trotz seiner Schlechtigkeit Bischof werde, aber viele Widerwärtigkeiten erdulden müsse.

Auch als Bischof - so die Legenden - war Brictius nicht vor einem sündigen Leben gefeit. Brictius bemühte sich demnach 30 Jahre um ein Leben im Gebet; da traf ihn die Verleumdung, Vater des Kindes zu sein, das seine Wäscherin geboren hatte. Er beschwörte in Gegenwart der Verleumder das Kind in Christi Namen, es antwortete, er sei nicht der Vater. Brictius lehnte weitere Befragung ab, wurde aber der Zauberei angeklagt und forderte ein weiteres Gottesurteil heraus: er trug glühende Kohlen in seinem Mantelzipfel zum Grabe Martins trug, das Gewand blieb unversehrt. Dennoch seiner Würde enthoben, wandte Brictius sich an den Papst in Rom und blieb büßend sieben Jahre dort. Die an seiner Statt eingesetzten Bischöfe starben nacheinander, den letzten - dessen Tod man ihm bei der Heimkehr mitteilte - trug man, als Brictius zum einen Stadttor einzog, zum anderen hinaus. Nach sieben Jahren also wieder im Amt entschlief er seliglich.

Bischof Perpetuus förderte die Verehrung von Martin und als Kontrastbild die von Brictius, sie verbreitete sich rasch in Frankreich, Südwestdeutschland und bis nach Oxford. Gregor von Tours ließ Brictius' Gebeine 580 nach Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand überführen, heute liegen sie in Pavia.

 

 

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Hl. Eugen II.
Erzbischof von Toledo, Märtyrer
* um 600 in Toledo
† 13. November 657 in Toledo
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Gerberg von Vilich
† um 998 zu Vilich

Gründete mit ihrem Gatten Megingoz  das Stift Vilich bei Bonn, wo ihre Tochter Adelheid Äbtissin wurde.

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Hl. Himerius (Himer, Immer)
Einsiedler, Glaubensbote in der Schweiz
* in Lugnez nördlich von Porrentruy in der Schweiz
† 610  in St-Imier im Suze-Tal, dem heutigen St.-Immer- / St-Imier-Tal in der Schweiz

Der edle Himerius unternahm eine Pilgerfahrt nach Palästina. Auf einer Arados genannten Insel, einer Station seiner Rückkehr, soll er die Einwohner von einem Greifen befreit haben, dessen Klauen er mitbrachte. Nach seiner Rückkehr ließ er sich als Einsiedler im Tal der Suze - heute nach ihm St.-Immer-Tal genannt - im Berner Jura nieder und machte zusammen mit seinem Gefährten Albert ein Landstück urbar, das ihm Bischof Marius von Lausanne geschenkt hatte.

Über Himerius Grab entstand das heutige Kloster St-Imier.

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Hl. Homobonus
Wohltäter
* um 1120 in Cremona in Italien
† 13. November 1197 daselbst

Homobonus, Sohn eines Schneiders und Kleiderhändlers, war ein frommer Kaufmann, verheiratet und Vater vieler Kinder. Seine Zeitgenossen rühmen, wie er sich in seinem Gewerbe Bedürftigen gegenüber als sehr großzügig erwies und sanftmütig und selbstlos Armen und Kranken half. Etwa im Alter von 50 Jahren gab er seine Arbeit auf, lebte in keuscher Ehe und verwendete seinen Reichtum für die Pflege Armer und Kranker, errichtete Spitäler errichtete, sorgte für Waisen. Erzählt wird, dass er den Armen sein letztes Brot gab, dann aber mittags in seinem Korb sogar besseres fand. Er widmete sich auch der Bekehrung von Irrlehrern und der Befriedung von Streitigkeiten in seiner Stadt.

Auf Betreiben von Sicardus, dem Bischof von Cremona, wurde Homobonus 1198 kanonisiert, nachdem sich viele Wunder an seinem Grab ereigneten. 1201 wurden seine Gebeine nach Cremona übertragen. Die Verehrung setzte sich allerdings nur langsam durch, obwohl Homobonus' Vorbild dem spirituellen Bedürfnis der Zeit entsprach.

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Hl. Nikolaus I.
Papst
* um 800/825 in Rom  
† 13. November 867 in Rom

Nikolaus stammte aus einer vornehmen Beamtenfamilie und war gut ausgebildet. Schon vor seiner eigenen Amtszeit als Papst war er enger und einflussreicher Berater der drei Päpste vor ihm. Bei seiner Weihe und Krönung in der Peterskirche war Kaiser Ludwig II. anwesend; Nikolaus war der erste gekrönte Papst.

Die neun Jahre von Nikolaus' Pontifikat ab 858 waren voller Konflikte: mit der Ostkirche, aber auch im Westen, so mit dem Patriarchen Johannes von Ravenna, der sich von Rom unabhängig machen wollte. Seine wohl wichtigste Amtshandlung war die Unterstützung von Rothad, dem Bischof von Soissons, der 863 von Hinkmar, dem Erzbischof von Reims, wegen Unbotmäßigkeit abgesetzt worden war; Nikolaus unterstützte Rothas und damit das Recht eines Bischofs, gegen die Autorität seines Vorgesetzten beim Vatikan Beschwerde einzulegen. Nikolaus sah sich als Nachfolger von Petrus, als Herrscher, der die Rechte und Reinheit der Kirche zu verteidigen hatte. Gegenüber König Lothar II. von Lothringen beharrte er auf der Unauflöslichkeit der Ehe; dieser wollte die kinderlose Ehe mit Theutberga lösen und seine Geliebte Waldrada, die ihm ein Kind geboren hatte, heiraten. Die Kölner und Trierer Erzbischöfe, die Lothar ihr Einverständnis gegen hatten, setzte Nikolaus ab und exkommunizierte sie, dieser Konflikt eskalierte gar in kriegerischen Auseinandersetzungen.

Nikolaus förderte Recht und Ordnung in der Kirche unter der Leitung Roms und unterstützte die Missionsarbeit in Bulgarien und in Dänemark, wo Ansgar wirkte. 866 verbot er die Anwendung von Folter, weil sie unvereinbar mit der christlichen Lehre sei. *

Auch der Konflikt mit der Ostkirche eskalierte immer mehr: Gemeinsam mit Ignatius, dem Patriarchen von Konstantinopel, widersetzte sich Nikolaus dessen mächtigem Rivalen Photius. Ignatius war 858 aufgrund starker Differenzen mit dem byzantinischen Hof zurückgetreten, darauf wurde der Laie Photius zum Nachfolger erhoben. Nikolaus versagte dem rechtmäßig Gewählten Photius die Anerkennung, weil die nachgeholte Weihe nicht rechtmäßig erfolgt war, worauf dieser 867 in Konstantinopel eine Synode berief, auf der die Ostkirche Nikolaus zum Ketzer erklärte, ihn exkommunizierte und absetzte; diese Nachricht erreichte Rom aber erst nach dem Tod des Papstes, so erlebte er auch die darauf folgende - nur kurz währende - erste Spaltung zwischen der morgenländischen und der abendländischen Kirche nicht mehr. Schon 870 wurde durch das 6. Konzil von Konstantinopel auch Photius wieder abgesetzt.

Bei diesen Konflikten leitete Nikolaus sein fester und untrüglicher Sinn für Gerechtigkeit, der anderen als unerbittlicher Starrsinn erschien. Dieser Ernst, seine Willenskraft und die großen diplomatischen Fähigkeiten haben ihn zu einem der großen Päpste gemacht. Nikolaus stand n einem der entscheidenden Wendepunkte europäischer Geschichte. Seit Konstantin dem Großen war der Staat Schutzmacht und Förderer der Kirche, zuletzt erfüllte Karl der Große diese Funktion. Mit dessen Tod und dem anschließenden Zerfall des Reiches wurden diese Rollen gleichsam vertauscht, nun wurde das Papstum zum Protector impirii, dem Beschützer des Reiches.

Manche Geschichtsforscher sehen Nikolaus nur als Werkzeug seines ehrgeizigen Beraters Anastasius Bibliothecarius. Jedenfalls war Nikolaus der erste, der die allumfassende Befehlsgewalt des Papstes, die sich auf die von Christus selbst verliehene Autorität stütze, nicht nur vertrat, sondern auch ausübte.

Nikolaus Grabstätte ist an unbekanntem Ort.

* 1252 führte Papst Innozenz IV. die Folter für Zwecke der Inquisition offiziell wieder ein.

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Hl. Siard
Abt in Mariëngaarde
† 13. November 1230 in Hallum in Friesland in den Niederlanden

Siard wurde 1194 Abt im Prämonstratenserstift Mariëngaarde in Hallum als Nachfolger des Gründers Friedrich von Hallum.
Nach der Zerstörung des Stiftes in der Reformation wurden Siards Reliquien 1617 nach Tongerloo in Flandern übertragen.

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Hl. Stanislaus Kostka
Novize
* 28. Oktober 1550 auf Schloss Rostkow in Masowien / Mazowsze in Polen
† 15. August 1568 in Rom

Stanislaw stammte aus vornehmer polnischer Adelsfamilie. Ab 1564 ging er zusammen mit seinem älteren Bruder Paul an einem Jesuitenkolleg in Wien zur Schule. Sein Bruder übte einen eher weltlichen Lebenswandel, Stanislaus jedoch wollte nach sechs Monaten an der Schule in den Jesuitenorden eintreten. Zahlreiche Visionen von Jesus waren ihm schon zuteil geworden, aber sein Bruder wollte Stanislaw daran hindern. Auch die Ordensprovinz der Jesuiten in Österreich verweigerte die Aufnahme, wohl aus Furcht vor politischen Verwicklungen und Schwierigkeiten für den Orden durch die einflussreiche Familie Kostka. Stanislaw floh deshalb 1567 - als Bettler verkleidet - nach Augsburg, dann ins nahe Dillingen an der Donau, wo Petrus Canisius ihn prüfte und nach Rom zu Ordensgeneral Franz von Borja schickte, der Stanislaw an seinem 17. Geburtstag als Novize aufnahm.

Auch in Rom bedrohte die Familie Stanislaw und kündigte seine Entführung und Einkerkerung an für die Schande, die er durch seine Entscheidung der Familie zugefügt habe. Mit seiner fröhlichen und bescheidenen Art und seiner Frömmigkeit beeindruckte Stanislaw seine Mitnovizen. Wohl durch die Flucht geschwächt starb er nach nur zehn Monaten in Rom mit nur 18 Jahren an heftigem Fieber.

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Wilhelm von Richnach
Einsiedler
 † um 1050

Wilhelm war im Streben nach  Vollkommenheit ein Schüler der Einsiedlerin Alrun von Niederaltaich.  Nach dem Tode Alruns erbaute sich Wilhelm eine Klause auf dem Frauenberg  bei Rinchnach, wo er als Einsiedler lebte, aber täglich zum Chorgebet nach Niederaltaich hinabstieg. Nach seinem Tod um 1050 wird er in  Rinchnach begraben. 1420 wurden seine Gebein in die Abteikirche  Niederaltaich übertragen.

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Sel. Carl Lampert
Priester, Märtyrer
* 9. Januar 1894 in Göfis bei Feldkirch in Österreich
† 13. November 1944 in Halle in Sachsen-Anhalt

Carl Lampert (* 9. Januar 1894 in Göfis; † 13. November 1944 im Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle (Saale)) war ein katholischer Geistlicher, der von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Leben

Carl Lampert wurde am 9. Januar 1894 als jüngstes von sieben Kindern  des Bauern Franz Xaver Lampert und dessen Frau Maria Rosina Lampert  geboren. Er war Schüler der Volksschule in Göfis und des staatlichen Gymnasiums in Feldkirch.  Obwohl sein Vater früh starb, konnte Lampert dank der Förderung eines  Onkels die Schule weiter besuchen. Nach der im Jahr 1914 abgelegten Matura trat Lampert im Herbst desselben Jahres in das Fürsterzbischöfliche Priesterseminar in Brixen ein, wo er am 12. Mai 1918 von Bischof Franz Egger zum Priester geweiht wurde. Am 26. Mai 1918 feierte er seine Primiz.

Werdegang

Carl Lampert begann sein Wirken als Kaplan in Dornbirn, wo er sich vor allem um die Jugendarbeit bemüht machte. Im Jahr 1930 zog er mit der finanziellen Unterstützung von Bischof Sigismund Waitz nach Rom, um dort das Studium des Kirchenrechts aufzunehmen. Er bezog sein Quartier im Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima, wo er bis 1935 lebte und als Sekretär an der Römischen Rota arbeitete. Im Jahr 1935 wurde er in den Rang eines Advokaten erhoben und zum Monsignore ernannt.

Am 1. Oktober 1935 trat Lampert seine Stelle in der Diözese Innsbruck  an. Hier sollte er auf Geheiß von Bischof Waitz den Aufbau des  kirchlichen Gerichts überwachen, eine eher administrative Aufgabe. Auch  war er Geistlicher im Innsbrucker Priesterseminar sowie ab 1936  Präsident des katholischen Verlagshauses Tyrolia. Mitte der 1930er Jahre war Lampert kurzzeitig als möglicher Diözesanbischof von Innsbruck im Gespräch, doch Papst Pius XI. entschied anders und ernannte am 15. Oktober 1938 den jüngeren Geistlichen Paulus Rusch zum Apostolischen Administrator. Lampert wurde am 15. Januar 1939 zum Provikar ernannt und somit zu Ruschs Stellvertreter.

Leidensweg

Durch einen „Führerbefehl“, wonach Bischöfe von der  NS-Gerichtsbarkeit nicht zu belangen seien, kam bald Provikar Lampert in  den Fokus des Regimes. Gauleiter Franz Hofer,  der eine rigorose Anti-Kirchen-Politik in seinem Gau verfolgte, ließ  bald darauf Klöster schließen und Ordensleute verhaften, darunter im  November 1938 das Canisianum und in den ersten Märztagen des Jahres 1940 auch das Kloster der Ewigen Anbetung in Innsbruck.  Da die Nonnen sich den Anordnungen widersetzten, machte Gauleiter Hofer  Provikar Lampert dafür verantwortlich und ließ ihn am 4. März 1940  festnehmen. Nach zehn Tagen Haft im Polizeigefängnis Innsbruck-Adamgasse wurde Lampert am 14. März 1940 wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Bericht in Radio Vatikan,  der am 23. März 1940 in deutscher Sprache gesendet wurde, und in dem  die Situation der Kirche und die Repressalien des NS-Regimes gegenüber  den Geistlichen in der Diözese Innsbruck zur Sprache kamen, brachte  Provikar Lampert erneut ins Gefängnis. Die Gauverwaltung vermutete in  Lampert einen Spitzel für die Vatikanstadt. Allerdings kam er erneut nach relativ kurzer Zeit wieder frei.

Beim nächsten Mal hatte Lampert jedoch nicht mehr Glück. 1939 war der Pfarrer von Götzens, Otto Neururer ins KZ Dachau  deportiert worden. Lampert hatte vergeblich versucht, Neururer  freizubekommen, zumal sein Kollege gesundheitlich angeschlagen war. Am  30. Mai 1940 wurde Neururer im KZ Buchenwald  ermordet. Das Regime sandte Neururers Asche nach Götzens mit dem Ziel,  diese anonym zu bestatten. Als Lampert jedoch eine Todesanzeige in einer  Kirchenzeitung veröffentlichen ließ, in der auch Neururers Todesort  angeführt wurde, ließ man ihm am 5. Juli 1940 wegen Verstoßes gegen die NS-Geheimhaltungsvorschriften erneut verhaften.

Carl Lampert wurde am 25. August 1940 nun auch nach Dachau deportiert. Am 1. September 1940 folgte der Transport ins KZ Sachsenhausen bei Berlin.  Hier wurde er der Strafkompanie zugeteilt, einem Trupp, in dem er harte  körperliche Arbeit verrichten musste. Dennoch hielt er an seinem  Glauben fest, wie ein Treffen Lamperts mit dem ebenfalls in  Sachsenhausen inhaftierten Innsbrucker Caritasdirektor Josef  Steinkelderer beweist. Dieser flüsterte Lampert zu: Martyres sumus (Märtyrer sind wir), worauf Lampert antwortete: In Christi nomine pro ecclesia (Im Namen Christi für die Kirche).

Nach drei Monaten in Sachsenhausen wurde Lampert am 15. Dezember 1940  zurück nach Dachau deportiert, wo er noch weitere acht Monate  inhaftiert blieb. Am 1. August 1941 wurde er zwar freigelassen, wurde  jedoch mit einem Betretungsverbot des Reichsgaus Tirol-Vorarlberg belegt.

Lampert zog daraufhin am 16. August 1941 nach Stettin, wo er im Carolusstift erneut als Seelsorger wirkte und auf diese Weise versuchte, geistlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. Auch arbeitete er als Geistlicher in einem Lazarett, in Swinemünde und in Parchim.

Was Lampert jedoch nicht wusste, war, dass die Gestapo einen Spitzel auf ihn angesetzt hatte. Ingenieur Hagen sei ein nazifeindlicher und tiefreligiöser Mensch auf der Suche nach  Spiritualität. In Bibelstunden und Diskussionsrunden erschlich sich Hagen das Vertrauen von Lampert. In Wahrheit handelte es sich jedoch bei Hagen um Franz Pissaritsch, einen Anwärter um die Aufnahme in die Waffen-SS.  Pissaritsch versuchte Lampert zu Aussagen gegen das NS-Regime zu  bewegen, worauf Lampert jedoch kaum einging. Als er nach einigen Monaten  Spionagetätigkeit noch keine konkreten Beweise sammeln konnte,  konstruierte Pissaritsch ein Komplott, wonach Lampert Feindsender  abgehört hätte und durch Aussagen die Wehrkraft zersetzt hätte.

Dieses Protokoll war die Grundlage zu einer Verhaftungswelle, bei der  am 4. Februar 1943 etwa 40 Geistliche und Ordensschwestern verhaftet  wurden, darunter auch Carl Lampert. In den kommenden Monaten wurde  Lampert intensiven Verhören und Folterungen unterworfen. Zwei Auszüge  aus den Protokollen zeugen von Lamperts Standhaftigkeit.

  • Vorsitzender Trettin: „Herr Lampert, sind Sie doch  vernünftig, verlassen Sie die Kirche und das Priestertum. Das ist doch  alles nur Hokuspokus. Zeugen Sie Kinder für den Führer Adolf Hitler. Ich werde Ihnen einen guten Posten verschaffen!“
  • Lampert: „Herr Kommissar, ich liebe meine Kirche. Ich bleibe  meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt: Ich stehe für Christus und  liebe seine Kirche!“
  • Frage: „Was schätzen Sie höher: das Evangelium oder Hitlers ,Mein Kampf'?“
  • Lamperts Antwort: „Das Evangelium ist Gottes Wort und  verkündet die Liebe. Das Buch des Herrn Hitler ist das Werk eines  Menschen und predigt den Hass!“

Der Prozess gegen Lampert und zwei weitere Priester, Pater Friedrich Lorenz und Kaplan Herbert Simoleit wurde im Dezember 1943 vor dem Reichskriegsgericht in Halle (Saale) eröffnet. Selbst vor Gericht erschien SS-Mann Pissaritsch unter seinem falschen Namen Ingenieur Hagen um durch seine Aussagen die Anklage zu bekräftigen.

Lampert wurde am 20. Dezember 1943 erstmals für schuldig befunden.  Wegen gerichtsinternen Streitigkeiten − es gab Richter die sich für die  Todesstrafe aussprachen, andere plädierten wegen Lamperts Glauben für  eine lange Haftstrafe – wurde das Todesurteil nicht unterzeichnet. Am  14. Januar 1944 wurde der Prozess an das Reichskriegsgericht in Torgau  delegiert, wohin Lampert deportiert wurde. Sieben Monate verbrachte er  nahezu in Isolationshaft. Das Urteil wie es in Halle gefällt wurde,  wurde am 27. Juli 1944 in allen Punkten bestätigt. In der Nacht bevor  Generalstabsrichter Werner Lueben das Urteil unterzeichnen hätte müssen, beging dieser am Morgen des 28. Juli 1944 Suizid. Eine seiner letzten Aussagen war:  „Es handelt sich in diesem Fall weder um „Verbrecher“  noch um `asoziale Elemente'. Ihre einzige Tragik ist es, dass sie  katholische Priester sind!“

Mit neuen Richtern versehen kam es zu einem dritten Prozess gegen  Lampert der am 8. September 1944 mit Pater Friedrich Lorenz und Kaplan  Herbert Simoleit erneut zum Tod verurteilt wurde.
Am 13. November 1944 wurden Lampert und die mit ihm Verurteilten ins Zuchthaus Roter Ochse nach Halle gebracht. Hier wurde er um 16:00 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet.

Die Urne mit seiner Asche wurde zunächst in Halle beigesetzt und erst  nach dem Krieg, 1948, in seine Vorarlberger Heimatgemeinde Göfis überstellt.
Am 13. November 2011 wurde Carl Lampert in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn durch Karsinal Angelo Amato seliggesprochen.

(www.wikipedia.org)