Predigt zum Fest der Heiligen Familie

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Von Zeit zu Zeit wird hier in dieser neuen Kategorie eine Sonntagspredigt für Sie erscheinen. Das ist ein ganz besonderer Service für diejenigen, welche nicht an den Gottesdiensten teilnehmen konnten und für alle anderen, um die Predigt in Ruhe noch einmal zu Hause nachzulesen. Die heute veröffentlichten Predigt wurde von von Pater Benny zum Fest der Heiligen Familie in St. Annen gehalten.

Liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Traditionell feiert die Kirche am ersten Sonntag nach Weihnachten das “Fest der Heiligen Familie”. Es geht um diese drei, Josef, das Kind und seine Mutter. Und wie es ihnen ergeht, das haben sie mit Millionen Menschen unserer Tage gemeinsam. Von den massenhaften Flüchtlingsströmen hören wir täglich, und immer wieder Mütter mit Kindern, mit armseligem Hab und Gut, schutz- und wehrlos.

Die kleine Familie auf der Flucht nach Ägypten hat eine Besonderheit: Das Kind, das Josef mit seiner Mutter in Sicherheit bringen will, ist der Sohn Gottes und - so nennen ihn die Sterndeuter - “der neugeborene König der Juden”. Fliehen müssen sie vor Herodes dem Großen, dem mächtigen König.
Groß waren seine Bauten. Aber groß war vor allem seine Grausamkeit. Eine Drohung des Herodes musste man todernst nehmen. Und das tat Joseph.

Ein ungleicher Kampf: der machtbesessene Herodes, der jeden Widerstand im Blut erstickt - und diese arme kleine Familie, deren Kind Herodes zu töten sucht, weil er glaubte, dass dieses Kind ihm den Thron streitig machen könnte.

Josef zeigt einen anderen Weg. Er hat sich und seine kleine Familie unter die führende Hand Gottes gestellt. Er hat das Kind, das nicht von ihm, sondern von Gott kam, angenommen, nicht als seinen Besitz, über den er verfügen kann, sondern als Aufgabe, die Gott ihm anvertraut hat. Der Heilige Josef hat die
Rolle des Vaters übernommen. Er ist der Beschützer, der Wächter, der Hirte dieser kleinen Familie. Maria und das Kind sind geborgen unter seinem Schutz. Drei Menschen, die sich noch in der Nacht auf die Flucht begeben. Josef ergreift die Initiative, nimmt die Mutter und das Kind, und die wenigen Habseligkeiten, und bricht sofort auf, um das Kind vor dem mörderischen Zugriff zu retten. Es ist ein erschütterndes und zugleich tröstliches Bild, das von vielen Künstlern nachempfunden wurde. 

Jesus wollte zu einer Familie gehören, die diese Schwierigkeiten erfahren hat, damit sich niemand von der liebevollen Nähe Gottes ausgeschlossen fühlt.

Liebe Gemeinde! Der Blick auf die Heilige Familie zeigt uns auch die Einfachheit des Lebens, das sie in Nazareth führt. Es ist ein Beispiel, das unseren Familien hilft, immer mehr eine Gemeinschaft der Liebe und der Versöhnung zu werden. 

Erinnern wir uns an drei Schlüsselworte, um in der Familie in Frieden und Freude zu leben: »Darf ich?«, »Danke!«, »Entschuldige!«

Wenn man in einer Familie nicht aufdringlich ist und »Darf ich?« fragt, wenn man in einer Familie nicht egoistisch ist und lernt, »Danke!« zu sagen, und wenn in einer Familie einer merkt, dass er etwas Hässliches getan hat, und es versteht, »Entschuldige!« zu sagen, dann herrschen in jener Familie Frieden und Freude »Darf ich?«, »Danke!«, »Entschuldige».

Ich glaube, wir alle wünschen uns eine gute Familie und leiden nur allzu häufig unter den Rissen, die durch die Familie gehen.

Es ist sinnvoll, dass die Kirche am Sonntag nach Weihnachten das Fest der Heiligen Familie feiert, um damit auch die Bedeutung der Familie in der Kirche und in der Gesellschaft aufzuzeigen. Die Verkündigung des Evangeliums geschieht nämlich vor allem durch die Familien. Mögen Jesus, Maria und Josef alle Familien der Welt segnen und behüten, damit in ihnen die Heiterkeit und die Freude, die Gerechtigkeit und der Friede herrschen, die Christus mit seiner Geburt als Geschenk für die Menschheit gebracht hat.

Amen
 

Predigt zum Fest der Heiligen Familie, den 29. Dezember 2019 in St. Annen
Matthäus 2, 13-15+19-23, Jesus Sirach 3,2-6+12-14 und Kolosser. 3,12-21 von Pater Benny

 

Tagesevangelium 29.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus 2, 13-15+19-23.

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

 

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