Predigt zum 12. Sonntag im Jahreskreis

  • geschrieben von  Website Team

Von Zeit zu Zeit wird hier in dieser neuen Kategorie eine Sonntagspredigt für Sie erscheinen. Das ist ein ganz besonderer Service für diejenigen, welche nicht an den Gottesdiensten teilnehmen konnten und für alle anderen, um die Predigt in Ruhe noch einmal zu Hause nachzulesen. Die heute veröffentlichten Predigt wurde von Pater Benny am 12. Sonntag im Jahreskreis gehalten.

Liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Die Szene im heutigen Evangelium ist den Aposteln unvergesslich in Erinnerung geblieben. Sie müssen oft davon erzählt haben. Der Ort, an dem die Szene geschah, war abgelegen und sehr einsam. Lukas hebt hervor, dass Jesus sich in dieser Einsamkeit besonders dem Gebet widmete. 

In dieser stillen, abgeschiedenen Stunde stellt Jesus offen eine Frage, die seine Begleiter bewegte, seit sie Jesus begegnet sind: Wer ist er wirklich? Was steckt hinter dem Zimmermann aus Nazareth? Die Frage bewegte offensichtlich auch die Menschen, die ihn erlebt haben. Alle möglichen Meinungen waren im Umlauf. Sie haben etwas gemeinsam: Jesus ist jemand Besonderer, ein Gottesmann wie Johannes der Täufer, ein Prophet wie Elia oder einer der Propheten der früheren Jahrhunderte. 

Bis heute gehen viele Meinungen in diese Richtung. Viele halten ihn für eine Art religiöses Genie, einen bewundernswerten Menschen, einen der großen Religionsstifter. 

Dann aber stellt Jesus den Aposteln ganz direkt die entscheidende Frage: Wer bin ich für euch? Für wen haltet ihr mich? Diese Frage klingt nach - bis zum heutigen Tage: „Wer ist Jesus für mich? Wer ist Jesus für uns“? Nicht eine allgemeine Antwort ist gefragt, sondern eine ganz persönliche. Was bedeutet es für mich, der ich mich als Christ bezeichne, also als einer, der zu Christus gehört? Christ sein heißt nicht nur „irgendwie“ an Gott glauben, sondern vor allem, dem Messias, Christus, nachfolgen.

Petrus gibt seine Antwort ohne Zögern: „Wir halten dich für den Messias!“, antwortet Petrus. Ja, das haben wir von Anfang an gedacht, als wir dich kennen lernten. Am Anfang war es eine Frage, jetzt ist es eine Gewissheit geworden: Du bist der, auf den unser Volk seit Generationen wartet, der verheißene Befreier und Retter; du bist der „Gesalbte Gottes“, du bist der „Messias“. 

Endlich ist es offen ausgesprochen. Jetzt ist alles klar. Jesus bestätigt es, in Zukunft wissen sie, woran sie sind. Doch kaum ist es gesagt, da kommt eine unerwartete Wende. Statt von dem zu reden, was damals alle vom kommenden Messias erwarten, vom Frieden, von der Befreiung, vom Ende allen Leides und aller Tränen, spricht Jesus von Leiden, die ihm bevorstehen, von Verfolgung und Tod und – sehr rätselhaft – von einer Auferstehung. 

Mehr noch: wenn seine Begleiter ihm weiter nachfolgen wollen, müssen sie ebenfalls bereit sein, Mühen und Leiden auf sich zu nehmen. Sehr verlockend klingt diese Einladung nicht. So hatten sie sich nicht den Messias vorgestellt, von ihm und für sich haben sie sich wirklich anderes erwartet. 

Trotzdem haben sie sich darauf eingelassen. Sie haben bald entdeckt, dass der Weg, den Jesus ihnen vorgezeigt hat, der einzig richtige ist. Er hat sich im Alltag bewährt. Sie haben erlebt, dass Jesus recht hat: Wer sich täglich selbst verleugnet, wer Tag für Tag darum kämpft, seine Schwächen zu überwinden, seine Mühen auf sich zu nehmen, sein Kreuz zu tragen (und wer geht ganz ohne ein Kreuz durchs Leben?), der erlebt, wie er dabei nicht allein gelassen ist.

 Wenn du dein Leben loslässt, wirst du es gewinnen. Wenn du es verlierst, wirst du es retten! Der Messias, Christus, der Heiland, wird mit dir sein. Er ist wirklich der Retter. Bis heute. Hofft auf den Herrn und seid stark. Habt festen Mut und hofft auf den Herrn!

Amen
 

Predigt am 12. Sonntag im Jahreskreis, den 23. Juni 2019 in der Kirche Heilige Familie;
Lukas - Lk 9,18-24; Sach 12, 10–11; 13, 1; Gal 3, 26–29 von Pater Benny

 

Tagesevangelium 23.06.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,18-24.

In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

 

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