Predigt vom 16. Sonntag im Jahreskreis

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Von Zeit zu Zeit wird hier in dieser neuen Kategorie eine Sonntagspredigt für Sie erscheinen. Das ist ein ganz besonderer Service für diejenigen, welche nicht an den Gottesdiensten teilnehmen konnten und für alle anderen, um die Predigt in Ruhe noch einmal zu Hause nachzulesen. Die heute veröffentlichten Predigt wurde von Pater Benny am 16. Sonntag im Jahreskreis gehalten.

Liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

am letzten Sonntag haben wir im Evangelium gehört, dass Jesus die Apostel in die Städte ausgesandt hatte, um das Reich Gottes anzukündigen. Heute hören wir, dass die Jünger nach der Aussendung zufrieden, aber auch müde zurückkommen. Deshalb will Jesus den Jüngern Ruhe gönnen. Das ist nur zu verständlich. Wer von uns sehnt sich nicht danach, nach anstrengender Arbeit Ruhe und Erholung zu finden? Die Ruhe ist wesentlich für unsere geistige Gesundheit, damit wir Gottes Stimme hören und verstehen können, was Er von uns verlangt. 

Doch „man sah Jesus und die Jünger abfahren und viele erfuhren davon und die Leute folgten ihnen zu Fuß“. Es werden nicht wenige gewesen sein, denn es heißt, dass sie aus allen Städten kamen. Im Evangelium hören wir: Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange“. Jesus stellte seine eigenen Bedürfnisse und die der Jünger zurück, weil er von der Not der Menschen tief betroffen war.

Jesus spürt Mitleid. Und aus diesem Mitleid entspringt das Verlangen Jesu, die Menge mit dem Brot seiner Worte, mit dem Wort Gottes, zu nähren, zu lehren und zu heilen.

Worin besteht diese Heilung, die Gott durch Jesus wirkt? Sie besteht in einem wahren, vollständigen Frieden, in der Aussöhnung des Menschen mit sich selbst und in all seinen Beziehungen: in der Beziehung zu Gott, in der Beziehung zu den anderen Menschen, in der Beziehung zur Welt.

Jesus verkörpert Gott, den Hirten, mit seiner Lehre und mit seinen Werken, indem er sich derer annimmt, die »verloren« sind, um sie wieder in Sicherheit zu bringen, in die Barmherzigkeit des Vaters.

In der Begegnung mit Jesus kann Reich Gottes entstehen. Eine lebendige Beziehung zu Gott, die das Leben weitet über Tod und Sterben hinaus. Reich Gottes ist eine neue Sicht auf die Welt und unseren Platz in der Welt. Und darin liegt Friede.

Immer wieder wird versucht, diese Sicht auf die Welt, das Werk Gottes zu zerstören und Zwietracht im Herzen des Menschen zu säen, zwischen Leib und Seele, zwischen dem Menschen und Gott. Dies geschieht in den zwischenmenschlichen, in den gesellschaftlichen, in den internationalen Beziehungen und auch zwischen dem Menschen und der Schöpfung.

Christus „ist unser Friede“, sagt der heilige Paulus in der heutigen zweiten Lesung. Er ist der Messias, in dem die göttliche Barmherzigkeit gegenwärtig ist. Da ist ein Gott, der unser aller Vater ist.

Heute treffen sich Christen in Kirchen, weil sie glauben, dass Gottes Wort und das Reich Gottes Leben verändert und jeder, auch wenn er viel Schuld auf sich geladen hat, neu anfangen darf. Weil sie glauben, dass seine Botschaft kein Relikt, kein Ritual ist, sondern ein neuer, pulsierender Aufbruch in ein gelungenes Leben. Dabei geht es nie um Einengung, Verbot, Herrsein und Herrschen,- es geht um Freude an Gott und am Leben.

Deshalb brauchen wir auch heute die Rede vom Reich Gottes, denn sie sind Worte des Lebens. Lassen wir uns von IHM, der unser Hirte ist, leiten und führen. Verlieren wir Gott nicht aus den Augen. Wenn wir dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren, dann werden unsere Anstrengungen geringer werden, dann können wir gelassen leben.

Amen
 

16. Sonntag im Jahreskreis, 22.07.2018 von Pater Benny
 

Tagesevangelium 22.07.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 6,30-34.

In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

 

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