Eine Casa um Glauben miteinander zu teilen

  • geschrieben von  Website Team

Am Anfang stand die Sehnsucht danach, „Glauben“ und „Leben“ besser miteinander in Dialog bekommen und daraus wurde eine Casa als Ort, an dem die Menschen ihren Glauben miteinander teilen.

Der Begriff „Casa“, das klingt heimelig, findet Steffen Debus (44). Zum ersten Mal hat er in einer Zeitung von einer Casa gelesen, es war eine Reportage über eine Hauskirche in Berlin. „Toll, auf so etwas hätte ich auch Lust“, hat er damals gedacht. Steffen Debus ist Gemeindeberater und Leiter des Referates Kinder und Jugend im Erzbistum. Er ist verheiratet, hat zwei kleine Jungs, und ist mit der Familie in das neue Wohnquartier Oxpark in Langenhorn gezogen. Die Idee, dort eine Casa zu gründen, hat er erstmals bei einer Gemeindeversammlung seiner Pfarrei Katharina von Siena vorgestellt. „Ich habe aber keine Reaktionen darauf bekommen.“ Als Margret May, Katharina Töpperwien und Christina Winge in den Sommerferien des vergangenen Jahres dann ihr „Experiment“ im Oxpark unternahmen, verabredete er ein Gespräch mit ihnen. Dabei kam das Thema Casa wieder zur Sprache. Christina Winge (50) fühlte sich ebenfalls gleich angesprochen. Mit einem weiteren Ehepaar gab es nach den Sommerferien das erste Treffen. Inzwischen ist die Casa auf fünf Mitglieder angewachsen. Weitere Teilnehmer sind willkommen. „Doch es wäre schön, wenn der Kreis so klein bleibt, dass man sich weiter zu Hause treffen kann“, findet Steffen Debus.

Die Hauskirche steht noch ganz am Anfang “, sagt Steffen Debus. Doch eine gewisse Regelmäßigkeit hat sich schon entwickelt. Einmal im Monat sind Treffen bei einem Mitglieder geplant, so der Wunsch. So ganz hat es noch nicht geklappt, demnächst findet das vierte Treffen statt. Treffpunkt ist um 20 Uhr, dann sind die Jungs von Steffen Debus auch im Bett. Der jeweilige Ausrichter bestimmt den inhaltlichen Ablauf. Ein Gebet zu Anfang, dann die Lektüre einer Bibelstelle und das Gespräch darüber, zum Abschluss noch ein Gebet, vielleicht ein Lied oder eine Fürbitte – das ist der grobe Rahmen. Auf dem Tisch stehen Getränke und etwas zum Knabbern.

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Bild: Christina Winge und Steffen Debus. | Foto: Sendker

Dann dauert es meist nicht lange, und eine lebhafte Diskussion entbrennt. Über die Frage zum Beispiel, ob Gott heute in die Welt hinein wirkt. Und wenn ja, wie? „Wir hatten schon die unterschiedlichsten Themen, aber irgendwie landen wir immer wieder beim Gottesbild“, erzählt Steffen Debus. Die Meinungen können dabei weit auseinander gehen. „Ich finde es so spannend zu sehen, wie un terschiedlich Menschen glauben“, sagt Christina Winge. „Ich selbst zweifele immer so viel und staune dann, wenn ich sehe, wie anderes die anderen das sehen.“ Es ist kein Freundeskreis, den Steffen Debus in der Casa treffen will. „Es geht mir um einen Ort, an dem man Alltag und Glauben miteinander in Einklang bringt.“ Im Gegensatz zu den üblichen Familienkreisen in einer Gemeinde geht es beiden nicht darum, Familienleben gemeinsam zu gestalten. Es geht um Spiritualität. „Ich wünsche mir eine seelische Auftankstelle“, so Christina Winge. Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau hat zwei Kinder, die erwachsen sind. Demnächst wird sie Großmutter. Das private und berufliche Leben spiele in die Casa mit hinein. Und manchmal sei es ein vorsichtiges Tasten im Miteinander: Was kann man von sich preisgeben, wo wird es zu privat? „Es ist ein geschützter Raum, in dem ich über meinen Glauben und meine Zweifel sprechen kann“, sagt Steffen Debus – und Christina Winge nickt.

Wir sind offen für weitere Neugierige und Suchende. Bei Interesse bitte gerne melden bei Steffen Debus Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 
Autor: Monika Sendker, Artikel mit freundlicher Genehmigung der Neuen KirchenZeitung des Erzbistums Hamburg
Webseite Neue KirchenZeitung Hamburg

 

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